Solarprojekt in Kobanê / Nordsyrien – Beitrag zur Unabhängigkeit gegen die Kontrolle von Wasser und Energie durch die Türkei

Alarmierende Bilder kommen in den letzten Wochen aus dem Irak mit einem der niedrigsten Wasserstände des Tigris. Die Trinkwasserversorgung der Großstädte Bagdad, Mossul und Basra ist gefährdet und Bauern sind in ihrer Existenz bedroht. Ursache ist die rasche Klimaerwärmung und Großstaudämme in Türkei und Iran. Die Türkei hat mit der Aufstauung eines weiteren Großstaudamms begonnen – der Ilisu Damm: 65 Kilometer vor der irakischen Grenze soll ein über 300 Quadratkilometer großer See aufgestaut werden, 199 Dörfer sowie die 12.000 Jahre alte Felsenstadt Hasankeyf mit ihren archäologischen Monumenten würden in den Fluten des Tigris versinken, die Artenvielfalt an Flora und Fauna im Tigristal zerstört, 70.000 Bauern vertrieben. Die türkische Erdogan Regierung strebt mit dem Südostanatolienprojekt (GAP) mit insgesamt errichteten 22 Talsperren nach Kontrolle des Wassers und der Stromerzeugung in der Region.

Mit internationalen Protesten, unter anderem im April 2018 am Hasankeyf Aktionstag in 9 türkischen Städten und 20 Städten in 10 Ländern wird der Widerstand organisiert. Auch unsere Initiative hat sich daran beteiligt. Die Umweltbewegung in der Türkei ist Bestandteil des zunehmenden Widerstands in der Türkei gegen die faschistische Erdogan Regierung und hat zu ihrer Wahlschlappe beigetragen.

Die Erpressung mit dem Wasser bekommt auch die befreite Stadt Kobane in Nordsyrien zu spüren, denn die türkische Regierung dreht dem Euphrat seit 2017 immer öfter das Wasser ab. Das beeinträchtigt nicht nur die Wasserversorgung der Region, sondern zwingt zur Abschaltung des Tishrin Wasserkraftwerks und damit der Elektrizitätsversorgung der Stadt Kobane. Mit der ökologischen Gestaltung eines Gesundheitszentrums / Geburtsklinik in Kobane leisten wir einen Beitrag gegen die Erpressung. Das über 700 Quadratmeter große Gesundheitszentrum wurde von internationalen Brigaden der Internationalen Koordinierung Revolutionärer Organisationen und Parteien (ICOR) in Zusammenarbeit mit der kurdischen Selbstverwaltung und Bevölkerung 2015-2016 errichtet.

Die Zysterne zur Sammlung von Regenwasser leistet schon jetzt einen Beitrag zur Wasserversorgung des Zentrums. Jetzt wird eine autarke Energieversorgung mit Solarenergie verwirklicht, um den Betrieb der Klinik unabhängig von der Erpressungspolitik der Erdogan Regierung zu ermöglichen. Es ist auch ein Zeichen der Solidarität gegen die angedrohte Invasion der Türkei bzw. der Eskalation des Krieges durch verschiedene Großmächte und für Völkerverständigung.

 

Bis jetzt konnten 60.000 € Spenden für gesammelt werden. Die Kosten für die Realisierung liegen jedoch bei 100.000€. Wir bitten sie daher dringend einen Beitrag zur Deckung der fehlenden 40.000€ zu leisten. Bitte verbreiten Sie den angehängten Spendenaufruf mit Bildern des Projektes (Anlage) oder stellen Ihn zum Download bereit. Bitte tragen Sie mit Ihrer Spende dazu bei, dass dieses Projekt in diesem Jahr realisiert wird. 

 

Die Pressemitteilung vom 24.06.2018 zum Downloaden

Anlage zur Pressemitteilung vom 24.06.2018 zum Downloaden